Christian

Fernbeziehungsblues

15:18:00

Fernbeziehungen, man kann sich nicht einfach spontan sehen, man muss planen. Muss abwiegen und schauen, dass man alle Termine unter einen Hut bringt. Dies ist nicht immer einfach aber man kann es schaffen.

Ich lebe wieder in einer Fernbeziehung. Man kann Fernbeziehung natürlich sehen wie man möchte, denn für den ein oder anderen werden meine Entfernungen sicher nicht für eine ,,Fernbeziehung‘‘ reichen. Also nenne ich es mal Wochenendbeziehung. Wir leben ca. 90 km weit auseinander, nicht die Welt aber man kann nicht mal eben in fünf Minuten bei dem anderen sein, wenn es diesem schlecht geht. Für mich war es wieder eine komplette Umstellung. Ich habe zuvor schon eine Wochenendbeziehung geführt, mit meinem Langzeitfreund, ganze vier Jahre lang. Dann war es irgendwann an der Zeit den nächsten Schritt zu wagen und zusammen zuziehen, um nicht immer das Wochenende nutzen zu müssen, sondern um mehr voneinander zu haben. Dies ging, wie ihr wisst, nicht lange gut. Ich hatte also gar keine Ahnung mehr wie es ist, wenn man sich nur am Wochenende sieht, wieder die Wochenenden nach jemanden planen muss, wie wichtig WhatsApp und das Internet sein wird und wie sehr es weh tut jemanden zu vermissen.
Ich wollte keine Wochenendbeziehung mehr aber es kommt ja alles anders als gedacht. Nun muss ich mich wieder daran gewöhnen. Dies bringt leider das ein oder andere Problem mit sich. Also fangen wir mal an.

Die Planung

Ich war früher sehr darauf bedacht alles zu planen, mittlerweile bin ich recht spontan geworden – was nicht unbedingt vorteilhaft ist, wenn man ein Wochenende vorplanen soll. Zudem habe ich viele Freunde mit denen ich gerne was unternehme, na klar beim Feiern kommt er natürlich mit aber bei einem Mädelsabend wäre das nicht sonderlich angebracht. Freunde, Beziehung und bei mir kommt noch die Fotografie hinzu, die ich Nebenberuflich betreibe, am Wochenende unter einen Hut zu bringen, wenn man spontan ist, ist dies wirklich sehr schwer. Da ist es auch nicht hilfreich, dass er genauso spontan ist wie ich. Meist wird erst am Mittwoch/Donnerstag vor dem Wochenende geklärt ob wir uns sehen, wann und wo. Dies sollten wir auf alle Fälle mal etwas geordneter hinbekommen.

Kontakt über WhatsApp

Ich habe total vergessen wie wichtig WhatsApp und Co sind, wenn man in einer Wochenendbeziehung ist. Da mein Langzeitfreund und ich zusammen gewohnt haben, hat das Internet/Handy kaum eine Rolle in der Beziehung gespielt, denn wir haben uns jeden Tag gesehen. Es wurde lediglich noch abgeklärt was heute gegessen werden soll oder ähnliches. Aber nun spielt es wieder eine Rolle, man kann sich die meiste Zeit in der Woche nicht sehen, 5 oder vielleicht sogar 6 Tage – man möchte in Kontakt bleiben und das geht am besten und einfachsten über WhatsApp und Co. Ich hasse es allerdings zu schreiben, ich fasse mich kurz,  bin der typische 1 Wort mit Smiley Schreiber und das ist nicht sonderlich vorteilhaft für eine Wochenendbeziehung, denn man kann nicht jeden Abend telefonieren oder skypen, wobei ich dies beides auch hasse. Ich treffe mich viel lieber mit Menschen real, lerne sie kennen, indem ich sie auch sehe, spüre, fühle und rieche. Indem ich ihre Reaktionen sehe auf meine Aktionen – every action has a reaction! Jedenfalls muss ich da wohl auch noch an mir arbeiten.

Das Vermissen

Das wohl schlimmste, ich wusste gar nicht mehr wie schlimm es ist zu vermissen. Sonntags wenn er fährt oder ich fahren muss könnte ich kurz danach immer anfangen zu heulen, weil ich ihn einfach bei mir haben will. Er unterstützt mich, ist für mich da und bei ihm fühle ich mich einfach zu 100% wohl. Andererseits ist es positiv, dass wir nicht so viel schreiben – man denkt nicht bei jeder Nachricht ans Vermissen. Vielleicht ist dieses wenige Schreiben auch ein Selbstschutz – ich weiß es nicht.

Führt ihr auch eine ,,Fernbeziehung‘‘ bzw. eine Wochenendbeziehung? Wenn ja – was sind eure kleinen Tipps und Tricks? Eure Probleme? Würde mich sehr interessieren.

Habt einen schönen Tag,
eure Mila


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4 Meinungen

  1. Hey Mila :)

    Ja, ich musste tatsächlich etwas schmunzeln, als du sagtest, deine Fernbeziehung reicht über eine Distanz von 90 km ^^ bei mir waren es 360km mehr :D Aber natürlich machen es die Umstände ähnlich. Ich hatte das Glück, dass mein Freund wegen des Firmenwagens den Sprit nicht selbst zahlen musste und daher auch oft kommen konnte.

    Am Anfang lagen zwischen unseren Besuchen bis zu 6 Wochen - das war vielleicht hart! Aber es sollte ja keiner sofort erfahren... Später pegelte es sich auf 1-2 Wochen ein. Das Vermissen war jedoch auch Horror! Oft brachen wir beide in Tränen aus, wenn er mich wieder verlassen musste. WhatsApp rettete uns da sehr und die Telefonate, während er unterwegs war (Freisprechanlage natürlich ;) ) Da wir beide kein Internet hatten, dass sich fürs skypen eignete, mussten wir auf unsere Handys vertrauen.

    Aber ich sage dir eins:
    Fernbeziehungen haben auch viel Gutes!

    Die Rosa-Rote-Brille-Phase ist nicht so schlimm und man lässt sich nicht so leicht von allem ablenken. Ich glaube ich bin jemand, der leicht wichtige Dinge vernachlässigt.
    Man schätzt die Zeit mit dem anderen viel mehr.
    Man lernt sich langsamer kennen - vergisst aber leider auch schnell wieder ein paar Details, weil man nicht soooo viel Zeit für tiefgreifende Gespräche hat.
    Ich wohne jetzt die erste Woche mit meinem Freund zusammen. 500km von meiner Geburtsort entfernt. Und es ist wundervoll. Es ist nicht nur ein "komm, wir legen unsere Haushalte zusammen, du bist ja sowieso die meiste Zeit bei mir." - wie es in vielen Beziehungen läuft - sondern "Endlich müssen wir nicht mehr aufeinander warten, endlich haben wir jede freie Minute für uns und müssen nie mehr allein einschlafen.".


    Ja, ich glaube für eine Fernbezieung muss man geschaffen sein. Mir hat sie gut getan - auch wenn es oft schmerzhaft war.

    Ich hoffe ihr schafft das :)
    Liebe Grüße > sara

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    1. Erstmal freut es mich, dass ihr euch nun habt! Und wünsche euch ganz ganz viel Glück!

      Danke für deinen Erfahrungsbericht und Tipps!


      Liebste Grüße an dich! :)

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  2. Hallo Mila,

    mir gefällt dein Text und wie du schreibst. :)

    Ich habe schon immer gesagt "ich werde niemals eine Fernbeziehung haben! Das wäre doch grauenhaft. Nie nie niemals würde ich mich auf sowas einlassen!"
    Tja und jetzt?
    Ich lebe dieses Jahr dann nun seit 4 Jahren in einer Fernbeziehung - ca. 150 km Entfernung. Aber was will man machen. Manchmal kommt es eben doch anders als man denkt.
    Die Entfernung ist hart, sehr hart. Sie hat uns auf viele Proben gestellt. Allerdings auch fester zusammengeschweißt. Durch die Entfernung haben wir uns gegenseitig zu schätzen gelernt und ebenfalls gelernt, dass Vertrauen einfach alles ist, bei so einer Entfernung.
    Streiten tut mehr weh, weil ihr euch nicht sehen könnt. Vertragen ist schwieriger, weil man sich nicht in den Arm nehmen kann. Gespräche über Whatsapp können schnell falsch aufgefasst werden. Man braucht eine Menge Geduld, Vertrauen, Stärke und vor allem Ehrlichkeit. Man muss sich Zeit nehmen für den Partner, dass der sich nicht fühlt, als hätte man ihn vergessen. Du musst einfach mehr Energie investieren und Rituale schaffen, die euch zusammenschweißen etc.
    Mein Freund und ich sehen uns so gut es geht jedes Wochenende. Wir schreiben jeden Tag über Whatsapp. Wir telefonieren jeden Abend und erzählen uns gegenseitig von unserem Tag und wenn es passt, dann skypen wir auch mal.
    Wenn man sich wieder einmal am Sonntag verabschiedet, tut es immer noch so sehr weh, wie am Anfang. Allerdings wird es mit der Zeit erträglicher, weil man den anderen inzwischen so gut kennt und genau weiß, dass es ihm genauso geht. Man unterstützt sich gegenseitig.
    Aber inzwischen hat man es auch so langsam satt, muss ich sagen. Es ermüdet mich, dass ich sonntags wieder fahren muss oder er wieder fährt. Es macht mich fertig, dass wir uns nicht einfach so in der Woche sehen können. Ich wünsche mir einfach nichts sehnlicher, als endlich eine „normale“ Beziehung zu führen. Ich kann schon längst nicht mehr ohne ihn und ich wäre bereit für den nächsten Schritt. Den wir auch schon besprochen haben :) unser Plan ist es nächstes Jahr ENDLICH zusammen zu ziehen :) :) :) Es ist eine tolle Erfahrung, die man so macht, aber 5 Jahre Fernbeziehung reichen dann auch :D

    Tipps, was die Entfernung erträglicher macht:
    - Ich bekomme jeden Sonntag ein T-shirt von ihm, welches er getragen hat und dann nochmal mit Parfum einsprüht zum kuscheln
    - Bilder von uns habe ich überall (Handyhintergrund, auf meinem Schreibtisch auf der Arbeit, zuhause in Bilderrahmen im Zimmer,…)
    - Regelmäßige Telefonate, Skype- und Whatsappgespräche, die sich als Routine eingliedern und die einem Sicherheit geben
    - Und halt die Treffen am Wochenende, in denen man viel unternimmt und auch viel Zeit zu zweit hat, um sich von allen Seiten immer besser kennenzulernen

    Oh man, tut mir leid, dass ich so viel geschrieben habe :D Aber das musste ich einfach mal loswerden. Weil viele einfach ein falsches Bild von einer Fernbeziehung haben und direkt sagen, das sowas eh niemals halten kann, ohne es selbst mal ausprobiert zu haben. Jede Beziehung ist schließlich anders. Und wenn zwei Menschen es ernst miteinander meinen und sich ernsthaft bemühen, dann kann es auch klappen. Eine Fernbeziehung kann genauso zerbrechen, wie eine Beziehung auf näherer Distanz. Es hängt nicht von der Entfernung ab, sondern von den Personen, die die Beziehung führen.

    Ich wünsche dir viel Glück :)
    Liebe Grüße, Julia

    von http://nichtganzwolkenlos.blogspot.de/

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    1. Erstmal - ich liebe lange Kommentare und ich bin dir unendlich dankbar für deinen Erfahrungsbericht und deine Tipps! Leider bin ich da wirklich sehr eigen was so WhatsApp, Telefon und Co angeht ... schauen wir mal! :-) Ich wünsche dir noch einen schönen Abend und hoffe, dass das letzte Jahr Fernbeziehung bei euch gut vorrüber geht :-)

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